Pleurodese
Pleurodese: Ablauf, Risiken und Nachsorge
Wenn sich immer wieder Flüssigkeit zwischen Lunge und Brustwand sammelt oder die Lunge wiederholt in sich zusammenfällt, kann eine Pleurodese helfen. Der Eingriff sorgt dafür, dass sich die beiden Blätter des Rippenfells dauerhaft verbinden, damit der Raum, in dem sich Flüssigkeit oder Luft ansammelt, verschlossen wird. Auf dieser Seite erklären wir Ihnen verständlich, wann eine Pleurodese sinnvoll ist, wie Sie sich vorbereiten, wie der Eingriff abläuft und worauf Sie danach achten sollten.
Was ist eine Pleurodese und wann wird sie durchgeführt?
Die Lunge ist von einer dünnen Haut überzogen, dem Lungenfell. Die Innenseite des Brustkorbs kleidet das Rippenfell aus. Zwischen beiden liegt ein schmaler Spalt, der Pleuraspalt. Sammeln sich dort krankhaft Flüssigkeit (Pleuraerguss) oder Luft (Pneumothorax) an, drückt das auf die Lunge und erschwert das Atmen.
Bei einer Pleurodese werden die beiden Felle gezielt miteinander verklebt, sodass der Spalt verschwindet und sich nichts mehr ansammeln kann. Am häufigsten geschieht das mit einem speziellen Pulver, meist medizinischem Talkum, das eine kontrollierte Reizung auslöst, durch die die Felle zusammenwachsen. Man spricht dann von einer Talkumpleurodese. Typische Gründe für den Eingriff sind:
- Ein immer wiederkehrender Pleuraerguss, etwa im Rahmen einer Lungenkrebserkrankung
- Ein wiederholter Pneumothorax, also ein erneutes Zusammenfallen der Lunge
- Wiederkehrende gutartige Ergüsse, die anders nicht in den Griff zu bekommen sind
Vorbereitung auf die Pleurodese
Vor dem Eingriff bespricht Ihr Behandlungsteam alles mit Ihnen. In der Regel gehören dazu:
- Bildgebung: Ein Röntgenbild, Ultraschall oder eine Computertomografie zeigt, wie viel Flüssigkeit oder Luft sich angesammelt hat.
- Vorab-Entlastung: Oft wird die vorhandene Flüssigkeit zunächst über einen dünnen Schlauch abgeleitet, damit sich die Lunge wieder ausdehnen kann. Das ist wichtig, denn nur eine entfaltete Lunge kann gut verkleben.
- Aufklärung und Betäubung: Je nach Verfahren erfolgt der Eingriff in örtlicher Betäubung mit Beruhigungsmittel oder in Vollnarkose. Was für Sie infrage kommt, besprechen wir vorher.
Ablauf & Dauer: So läuft die Pleurodese ab
Für die Pleurodese gibt es zwei gängige Wege. Welcher gewählt wird, hängt von Ihrer Situation ab.
Beim ersten Weg wird das Talkum als Aufschwemmung über eine bereits liegende Thoraxdrainage, also einen dünnen Schlauch im Brustkorb, in den Pleuraspalt eingebracht. Beim zweiten Weg erfolgt der Eingriff im Rahmen einer Brustkorbspiegelung (Thorakoskopie) in Narkose, bei der das Pulver gleichmäßig auf dem Rippenfell verteilt wird.
In beiden Fällen bleibt die Thoraxdrainage anschließend noch einige Tage liegen, damit Restflüssigkeit abfließen kann und die Felle unter leichtem Sog gut zusammenwachsen. Der eigentliche Eingriff dauert meist nicht lange, der Krankenhausaufenthalt umfasst aber in der Regel einige Tage.
Für die Pleurodese gibt es zwei gängige Wege. Welcher gewählt wird, hängt von Ihrer Situation ab.
Beim ersten Weg wird das Talkum als Aufschwemmung über eine bereits liegende Thoraxdrainage, also einen dünnen Schlauch im Brustkorb, in den Pleuraspalt eingebracht. Beim zweiten Weg erfolgt der Eingriff im Rahmen einer Brustkorbspiegelung (Thorakoskopie) in Narkose, bei der das Pulver gleichmäßig auf dem Rippenfell verteilt wird.
In beiden Fällen bleibt die Thoraxdrainage anschließend noch einige Tage liegen, damit Restflüssigkeit abfließen kann und die Felle unter leichtem Sog gut zusammenwachsen. Der eigentliche Eingriff dauert meist nicht lange, der Krankenhausaufenthalt umfasst aber in der Regel einige Tage.
Risiken & mögliche Nebenwirkungen
Die Pleurodese ist ein etabliertes Verfahren. Wie bei jedem Eingriff kann es aber zu Begleiterscheinungen kommen, über die wir Sie offen aufklären:
- Schmerzen und Fieber: In den ersten Tagen sind Schmerzen im Brustkorb und leichtes Fieber häufig. Sie sind Ausdruck der gewollten Reizung, durch die die Felle verkleben, und lassen sich gut mit Medikamenten lindern.
- Unvollständige Verklebung: In manchen Fällen verkleben die Felle nicht vollständig, sodass sich erneut Flüssigkeit ansammeln kann und der Eingriff wiederholt werden muss.
- Seltene Komplikationen: Dazu zählen Infektionen oder, sehr selten, Probleme beim Gasaustausch in der Lunge.
- Spätfolgen: Manche Betroffene bemerken längerfristig ein Spannungs- oder Druckgefühl im Brustkorb. Schwere Spätfolgen sind jedoch selten.
Wir wägen Nutzen und Risiken immer individuell mit Ihnen ab und beziehen Ihre Gesamtsituation mit ein.
Nachsorge & Erholung
Nach dem Eingriff bleiben Sie zur Beobachtung bei uns, solange die Thoraxdrainage liegt. In dieser Zeit kontrollieren wir regelmäßig, wie gut die Felle verkleben. Bitte beachten Sie:
- Schmerzbehandlung: Gegen die anfänglichen Schmerzen erhalten Sie wirksame Medikamente. Sagen Sie uns ruhig Bescheid, wenn Sie mehr Unterstützung brauchen.
- Bewegung: Tiefes Durchatmen und vorsichtige Bewegung fördern die Entfaltung der Lunge. Unser Team leitet Sie dabei an.
- Drainage-Entfernung: Sobald nur noch wenig Flüssigkeit abfließt, wird die Drainage gezogen. Ein abschließendes Röntgenbild zeigt das Ergebnis.
Melden Sie sich bitte, wenn nach der Entlassung zunehmende Atemnot, hohes Fieber oder starke Schmerzen auftreten.
Kosten & Kostenübernahme
Eine medizinisch notwendige Pleurodese wird in aller Regel vollständig von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernommen. Für Sie entstehen dann keine zusätzlichen Kosten. Bei Fragen zur Abrechnung helfen Ihnen unser Team und Ihre Krankenkasse gerne weiter.
Ihr Weg zu uns in die Ruhrlandklinik
Sie haben konkrete Beschwerden, die Sie hier wiederfinden? Ihr Arzt hat die Möglichkeit einer Pleurodese ins Spiel gebracht? Dann lassen Sie uns sprechen. Als Teil des Westdeutschen Lungenzentrums der Universitätsmedizin Essen verfügen wir in unserer Thoraxchirurgie über umfassende Erfahrung in der Behandlung von Erkrankungen des Rippenfells.
Sie müssen den Weg nicht allein gehen. Melden Sie sich bei uns, wir nehmen uns Zeit für Sie und Ihre Gesundheit.
Häufige Fragen zur Pleurodese (FAQ)
Kann eine Pleurodese wiederholt werden?
Ja. Gelingt die Verklebung beim ersten Mal nicht vollständig, kann sich erneut Flüssigkeit ansammeln. In diesem Fall lässt sich der Eingriff wiederholen, oft über den Weg mit einer Brustkorbspiegelung. Das weitere Vorgehen besprechen wir dann gemeinsam mit Ihnen.
Welche Nebenwirkungen oder Spätfolgen kann eine Pleurodese haben?
In den ersten Tagen sind Schmerzen im Brustkorb und leichtes Fieber häufig, denn die gewollte Reizung lässt die Felle verkleben. Beides lässt sich gut behandeln. Seltener kommt es zu Infektionen oder dazu, dass die Verklebung nicht vollständig gelingt. Langfristig bemerken manche Betroffene ein leichtes Druckgefühl im Brustkorb, schwere Spätfolgen sind aber selten.
Wie lange muss ich für eine Pleurodese im Krankenhaus bleiben?
Das hängt vom Verlauf ab. Da die Thoraxdrainage nach dem Eingriff noch einige Tage liegen bleibt, damit die Felle gut verkleben, umfasst der Aufenthalt in der Regel mehrere Tage. Sobald nur noch wenig Flüssigkeit abfließt, wird die Drainage entfernt.
Tut eine Pleurodese weh?
Der Eingriff selbst erfolgt in örtlicher Betäubung mit Beruhigungsmittel oder in Vollnarkose, sodass Sie ihn nicht schmerzhaft erleben. In den Tagen danach können durch die gewollte Reizung Schmerzen im Brustkorb auftreten. Diese behandeln wir wirksam mit Medikamenten.
Sekretariat
Ansprechpartnerin
Michaela Krause
Mo.–Fr.: 13:00–15:00 Uhr
Mi.–Fr.: 9:00–12:00 Uhr