Lungen­transplantation

Lungentransplantation: Ablauf, Voraussetzungen und das Leben danach

Wenn die eigene Lunge trotz aller Behandlungen versagt, kann eine Lungentransplantation der Weg zu neuem Atem sein. Sie ist ein großer Eingriff und der letzte Schritt, wenn andere Therapien ausgeschöpft sind, doch für viele Betroffene bedeutet sie einen echten Neuanfang mit deutlich mehr Lebensqualität. Auf dieser Seite erklären wir Ihnen verständlich, wann eine Lungentransplantation infrage kommt, welche Voraussetzungen es gibt, wie der Eingriff abläuft und wie das Leben danach aussieht.

Was ist eine Lungentransplantation und wann wird sie nötig?

Bei einer Lungentransplantation wird eine erkrankte Lunge durch die gesunde Spenderlunge eines verstorbenen Menschen ersetzt. Je nach Erkrankung wird ein Lungenflügel oder werden beide übertragen. Der Eingriff kommt infrage, wenn eine Lungenerkrankung so weit fortgeschritten ist, dass die Lunge ihre Aufgabe nicht mehr erfüllt und alle anderen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind.

Häufige Erkrankungen, die zu einer Transplantation führen können, sind:

Voraussetzungen und Vorbereitung

Ob eine Transplantation für Sie infrage kommt, klärt eine sorgfältige Untersuchung in unserem Zentrum. Dabei prüfen wir, ob der Eingriff medizinisch sinnvoll und Ihr Körper für die große Operation und die Zeit danach gewappnet ist. Stehen die Zeichen auf Transplantation, werden Sie auf die Warteliste der zuständigen Vermittlungsstelle Eurotransplant aufgenommen.

Die Wartezeit auf eine passende Spenderlunge lässt sich nicht vorhersagen, denn Spenderorgane werden nach Dringlichkeit und Eignung vergeben. In dieser Zeit begleiten wir Sie eng, halten Sie in möglichst guter Verfassung und sorgen dafür, dass Sie im Fall der Fälle rasch erreichbar sind.

Ablauf der Operation

Sobald eine passende Spenderlunge zur Verfügung steht, muss es schnell gehen. Die Operation findet in Vollnarkose statt. Die erkrankte Lunge wird entfernt und die Spenderlunge eingesetzt, wobei Atemwege und Blutgefäße sorgfältig miteinander verbunden werden. Bei Bedarf unterstützt während des Eingriffs ein Lungenersatzverfahren den Kreislauf und die Sauerstoffversorgung. Die Operation ist anspruchsvoll und dauert mehrere Stunden. Anschließend werden Sie auf der Intensivstation engmaschig überwacht.

Risiken

Eine Lungentransplantation ist ein großer Eingriff mit ernstzunehmenden Risiken, über die wir Sie ausführlich aufklären. Zu den wichtigsten gehören:

Wir tun alles, um diese Risiken so gering wie möglich zu halten, und begleiten Sie vor, während und nach dem Eingriff sehr engmaschig.

Nachsorge und das Leben nach der Transplantation

Mit der Operation beginnt ein neuer Lebensabschnitt, der eine konsequente Nachsorge erfordert. Der wichtigste Baustein sind Medikamente, die das Immunsystem dämpfen und so eine Abstoßung verhindern. Diese müssen lebenslang und zuverlässig eingenommen werden.

Daneben gehören regelmäßige Kontrolluntersuchungen, eine pneumologische Rehabilitation und ein bewusster Lebensstil dazu. Viele Betroffene können nach der Erholungsphase wieder ein aktives Leben führen, sich bewegen, reisen und am Alltag teilhaben. Auf Infektionsschutz und eine gesunde Ernährung ist dabei besonders zu achten. Unser Transplantationsteam bleibt Ihnen dauerhaft an der Seite.

Prognose und Lebenserwartung

Eine Lungentransplantation kann Lebenszeit und vor allem Lebensqualität deutlich verbessern. Wie der Verlauf im Einzelnen aussieht, hängt von vielen Faktoren ab, etwa der Grunderkrankung, dem allgemeinen Gesundheitszustand und davon, wie gut der Körper die neue Lunge annimmt. Die Ergebnisse haben sich über die Jahre stetig verbessert. Eine verlässliche Einschätzung für Ihre persönliche Situation kann Ihnen Ihr Transplantationsteam geben, das Sie und Ihre Erkrankung genau kennt.

Kosten & Kostenübernahme

Eine medizinisch notwendige Lungentransplantation samt Vorbereitung, Eingriff und Nachsorge wird von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernommen. Bei Fragen zur Abrechnung oder zu einzelnen Leistungen helfen Ihnen unser Team und Ihre Krankenkasse gerne weiter.

Ihr Weg zu uns in die Ruhrlandklinik

Die Lungentransplantation ist ein Weg, den Sie nicht allein gehen müssen. An der Ruhrlandklinik führen wir Lungentransplantationen in enger, interdisziplinärer Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Essen durch und begleiten Sie von der ersten Abklärung über die Wartezeit und den Eingriff bis in die lebenslange Nachsorge. 

Häufige Fragen zur Lungentransplantation (FAQ)

Eine Lungentransplantation kommt dann infrage, wenn eine Lungenerkrankung so weit fortgeschritten ist, dass die Lunge ihre Aufgabe nicht mehr erfüllt und alle anderen Behandlungen ausgeschöpft sind. Häufige Gründe sind eine fortgeschrittene Lungenfibrose, ein schweres Emphysem, eine Mukoviszidose im Endstadium oder eine schwere pulmonale Hypertonie.

Zunächst wird in einer gründlichen Untersuchung geklärt, ob eine Transplantation sinnvoll ist. Danach folgt die Aufnahme auf die Warteliste. Steht eine passende Spenderlunge bereit, wird die erkrankte Lunge in einer mehrstündigen Operation unter Vollnarkose durch die Spenderlunge ersetzt. Anschließend werden Sie auf der Intensivstation engmaschig überwacht.

Ja. Nach einer Transplantation müssen Sie dauerhaft Medikamente einnehmen, die das Immunsystem dämpfen und so eine Abstoßung der neuen Lunge verhindern. Die zuverlässige Einnahme ist entscheidend für den langfristigen Erfolg und wird durch regelmäßige Kontrollen begleitet.

Eine pauschale Aussage ist nicht möglich, weil der Verlauf von vielen Faktoren abhängt, etwa der Grunderkrankung und dem allgemeinen Gesundheitszustand. Klar ist, dass eine Transplantation Lebenszeit und Lebensqualität deutlich verbessern kann und die Ergebnisse über die Jahre besser geworden sind. Eine verlässliche Einschätzung für Ihren Fall kann nur Ihr Transplantationsteam geben.

Was Sie im Notfall tun müssen

Bei dringenden Notfällen kontaktieren Sie bitte umgehend den Rettungsdienst unter

112

Bei weniger akuten Erkrankungen erhalten Sie außerhalb der hausärztlichen Praxis-Sprechzeiten unter 116117 Hilfe vom ärztlichen Bereitschaftsdienst.