Mukoviszidose

Mukoviszidose:Behandlung, Ursachen und Symptome im Überblick

Die Mukoviszidose ist die häufigste angeborene Stoffwechselerkrankung, die das Leben verkürzen kann, und doch hat sich ihr Bild grundlegend gewandelt. Was früher als reine Kinderkrankheit galt, ist heute dank moderner Mukoviszidose-Behandlung eine Erkrankung, mit der immer mehr Menschen bis weit ins Erwachsenenalter und mit guter Lebensqualität leben. Die Mukoviszidose, medizinisch auch zystische Fibrose genannt, betrifft nicht nur die Lunge, sondern mehrere Organe. Auf dieser Seite erklären wir Ihnen verständlich, was eine Mukoviszidose ist, woran man sie erkennt, wie sie entsteht, wie wir sie feststellen und wie sich die Mukoviszidose behandeln lässt.

Mukoviszidose: Behandlung und Definition

Mukoviszidose ist eine angeborene, also vererbte Erkrankung. Ihr liegt ein Fehler im Erbgut zugrunde, der den Salz- und Wasserhaushalt der Zellen stört. Die Folge: In verschiedenen Organen bildet sich ein zäher, klebriger Schleim statt eines dünnflüssigen Sekrets. Der Name beschreibt genau das, „mucus“ steht für Schleim und „viscidus“ für zäh.

Wichtig zu verstehen ist, dass die Mukoviszidose mehrere Organe betrifft, nicht allein die Lunge:

Die zystische Fibrose ist also eine Erkrankung des ganzen Körpers, weshalb eine Mukoviszidose-Behandlung viele Fachrichtungen zusammenbringt.

Mukoviszidose-Symptome: Woran Sie die Erkrankung erkennen

Weil mehrere Organe betroffen sind, ist auch das Beschwerdebild vielfältig. Die Symptome können von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Häufig sind:

Bei Neugeborenen kann sich die Erkrankung in den ersten Lebenstagen durch einen Darmverschluss bemerkbar machen. Da die Mukoviszidose angeboren ist, zeigen sich erste Anzeichen meist schon im Säuglings- oder Kindesalter. In selteneren, milderen Verlaufsformen wird sie aber auch erst im Erwachsenenalter erkannt.

Ursachen und Risikofaktoren

Die Mukoviszidose wird durch eine Veränderung (Mutation) im sogenannten CFTR-Gen verursacht. Dieses Gen steuert einen Kanal, der Salz und Wasser durch die Zellwände transportiert. Funktioniert er nicht richtig, entsteht der typische zähe Schleim.

Die Erkrankung wird vererbt, und zwar nur dann, wenn ein Kind das veränderte Gen von beiden Elternteilen erbt. Die Eltern selbst sind dabei meist gesunde Überträger, die nichts von ihrer Anlage wissen. Aus diesem Grund tritt Mukoviszidose oft ohne bekannte Fälle in der Familie auf. Wichtig zu wissen: Die Mukoviszidose ist nicht ansteckend. Man kann sich also nicht bei anderen Menschen damit anstecken, sie wird ausschließlich vererbt.

Diagnose: Wie wird Mukoviszidose festgestellt?

Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto früher kann die Mukoviszidose-Behandlung beginnen. Dafür stehen verlässliche Untersuchungen zur Verfügung:

Mukoviszidose Behandeln: Welche Möglichkeiten es gibt

Eine Mukoviszidose ist bislang nicht heilbar, denn die genetische Ursache lässt sich nicht beseitigen. Behandelbar ist sie aber sehr gut, und die Therapie hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht. Ziel ist es, den Schleim zu lösen, Infekte zu verhindern, die Verdauung zu unterstützen und die Lebensqualität dauerhaft zu erhalten. Die Mukoviszidose-Behandlung ist immer individuell und bringt mehrere Fachrichtungen zusammen.

Moderne Medikamente

Ein großer Durchbruch sind die CFTR-Modulatoren. Diese modernen Wirkstoffe setzen direkt am fehlerhaften Eiweiß an und verbessern dessen Funktion. Für viele Betroffene mit bestimmten Genveränderungen haben sie die Behandlung grundlegend verändert und Beschwerden sowie Verlauf deutlich gebessert.

Weitere Bausteine der Behandlung

Neben den Medikamenten ist die tägliche Therapie entscheidend:

Verlauf, Prognose und Leben mit Mukoviszidose

Die Aussichten bei Mukoviszidose haben sich in den letzten Jahrzehnten dramatisch verbessert. Galt die Erkrankung früher als reine Kinderkrankheit, erreichen heute dank besserer Therapien und der modernen Medikamente immer mehr Betroffene das Erwachsenenalter und führen ein aktives Leben, oft mit Ausbildung, Beruf und Familie.

Wie die Erkrankung im Einzelnen verläuft, ist sehr unterschiedlich und hängt von der genauen Genveränderung, dem Zeitpunkt der Diagnose und der konsequenten Behandlung ab. Eine pauschale Aussage zur Lebenserwartung lässt sich deshalb nicht treffen. Entscheidend ist die regelmäßige Betreuung in einem erfahrenen Team, damit sich Therapie und Verlauf laufend anpassen lassen. Welche Aussichten in Ihrem Fall bestehen, kann nur Ihr Behandlungsteam einschätzen.

Ihr Weg zu uns in die Ruhrlandklinik

Sie oder ein Angehöriger sind von Mukoviszidose betroffen und suchen erfahrene Begleitung? Dann sind Sie bei uns richtig. Als Teil des Westdeutschen Lungenzentrums am Universitätsklinikum Essen ist unsere Klinik für Pneumologie auf Lungen- und Atemwegserkrankungen spezialisiert und betreut erwachsene Betroffene interdisziplinär, gemeinsam mit weiteren Fachbereichen. So gehen Sie am besten vor:

Sie müssen den Weg nicht allein gehen. Melden Sie sich bei uns, wir nehmen uns Zeit für Sie und Ihre Gesundheit.

Häufige Fragen zu Mukoviszidose (FAQ)

Nein, eine Mukoviszidose ist nicht heilbar, weil ihr eine angeborene Veränderung im Erbgut zugrunde liegt. Sehr gut behandelbar ist sie aber. Moderne Medikamente, konsequente Atem- und Inhalationstherapie sowie eine gute Ernährung können die Beschwerden deutlich lindern und den Verlauf verbessern. Je früher und konsequenter behandelt wird, desto besser.

Zystische Fibrose ist einfach ein anderer Name für die Mukoviszidose, beide Begriffe meinen dieselbe Erkrankung. „Zystische Fibrose“ ist die international gebräuchliche Bezeichnung, während „Mukoviszidose“ den zähen Schleim beschreibt, der für die Erkrankung typisch ist.

Die Behandlung der Mukoviszidose bringt mehrere Bausteine zusammen und ist immer individuell. Dazu gehören moderne CFTR-Modulatoren, eine tägliche Atem- und Inhalationstherapie, Antibiotika gegen wiederkehrende Infekte sowie Pankreasenzyme und eine hochkalorische Ernährung für die Verdauung. Ergänzt wird das durch Bewegung und Rehabilitation. Ziel ist immer, Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität dauerhaft zu erhalten.

Mukoviszidose ist nicht ansteckend. Man kann sich nicht bei anderen Menschen anstecken, denn die Erkrankung wird ausschließlich vererbt. Ein Kind erkrankt nur dann, wenn es das veränderte Gen von beiden Elternteilen erbt. Die Eltern sind dabei meist gesunde Überträger, ohne selbst erkrankt zu sein.

Eine allgemeine Zahl lässt sich nicht nennen, denn der Verlauf ist sehr individuell. Sicher ist: Die Lebenserwartung hat sich in den letzten Jahrzehnten enorm verbessert. Wo Mukoviszidose früher als Kinderkrankheit galt, erreichen heute dank moderner Therapien viele Betroffene das Erwachsenenalter und leben aktiv. Eine verlässliche Einschätzung für Ihren Fall kann nur Ihr Behandlungsteam geben.

Was Sie im Notfall tun müssen

Bei dringenden Notfällen kontaktieren Sie bitte umgehend den Rettungsdienst unter

112

Bei weniger akuten Erkrankungen erhalten Sie außerhalb der hausärztlichen Praxis-Sprechzeiten unter 116117 Hilfe vom ärztlichen Bereitschaftsdienst.