Lungenkrebs

Lungenkrebs:Behandlung, Diagnose und Symptome im Überblick

Die Diagnose Lungenkrebs trifft hart, Betroffene wie Angehörige. Doch sie ist heute längst nicht mehr das, was sie noch vor wenigen Jahren war. Moderne Lungenkrebs-Behandlung hat die Möglichkeiten enorm erweitert, und in frühen Stadien ist Lungenkrebs in vielen Fällen heilbar. Lungenkrebs, medizinisch Bronchialkarzinom oder Lungenkarzinom genannt, ist eine der häufigsten Krebserkrankungen. Auf dieser Seite erfahren Sie in Ruhe und verständlich, woran man Lungenkrebs erkennt, wie er entsteht, wie wir ihn feststellen und wie sich Lungenkrebs heute behandeln lässt. Und Sie erfahren, an wen Sie sich wenden können.

Lungenkrebs:Behandlung und Definition

Beim Lungenkrebs entstehen bösartige Tumoren im Gewebe der Lunge, meist in den Zellen der Bronchien. Daher der medizinische Name Bronchialkarzinom. Die entarteten Zellen vermehren sich unkontrolliert, verdrängen gesundes Gewebe und können über Lymphbahnen und Blut in andere Organe streuen und dort Tochtergeschwülste (Metastasen) bilden.

Lungenkrebs ist nicht gleich Lungenkrebs. Für Verlauf und Behandlung von Lungenkrebs ist die genaue Art des Tumors entscheidend. Grundsätzlich unterscheidet man zwei große Gruppen.

Nicht-kleinzelliger Lungenkrebs (NSCLC)

Das nicht-kleinzellige Lungenkarzinom ist mit Abstand die häufigste Form und macht rund vier von fünf Fällen aus. Es wächst meist langsamer als die kleinzellige Form. Dazu gehören Unterarten wie das Adenokarzinom und das Plattenepithelkarzinom.

Kleinzelliger Lungenkrebs (SCLC)

Das kleinzellige Bronchialkarzinom ist seltener, wächst aber schneller und streut früher. Es spricht oft gut auf Chemotherapie und Bestrahlung an, erfordert aber einen raschen Behandlungsbeginn.

Lungenkrebs-Symptome: Woran Sie die Erkrankung erkennen

Das Tückische am Lungenkrebs: In frühen Stadien macht er oft keine oder nur unspezifische Beschwerden. Viele Anzeichen ähneln denen harmloser Atemwegserkrankungen. Gerade deshalb ist es wichtig, hartnäckige Symptome ernst zu nehmen. Mögliche Anzeichen sind:

Wichtig:
Keines dieser Anzeichen beweist für sich genommen einen Lungenkrebs, die meisten haben harmlose Ursachen. Wenn Beschwerden wie Husten oder Heiserkeit aber länger als drei bis vier Wochen anhalten oder Sie Blut abhusten, sollten Sie das ärztlich abklären lassen. Früh erkannt, lässt sich Lungenkrebs deutlich besser behandeln.

Diagnose: Wie wird Lungenkrebs festgestellt?

Eine genaue Diagnose ist die Grundlage jeder Lungenkrebs-Behandlung. Sie klärt nicht nur, ob ein Tumor vorliegt, sondern auch, um welche Art es sich handelt und wie weit er fortgeschritten ist. Wir gehen Schritt für Schritt vor:

Tumormarker im Blut spielen bei der ersten Diagnose nur eine ergänzende Rolle. Sie eignen sich eher dazu, den Verlauf einer Lungenkrebs-Behandlung zu beobachten.

Bestimmung unterschiedlicher Lungenkrebs-Stadien

Wie weit der Tumor fortgeschritten ist, beschreiben Ärzte mit der TNM-Klassifikation und daraus abgeleiteten Stadien von I bis IV. Sie berücksichtigen die Größe des Tumors, den Befall von Lymphknoten und mögliche Metastasen. Anders als bei manchen anderen Lungenerkrankungen wird das Stadium dabei aus mehreren Untersuchungen zusammengesetzt, etwa CT, PET-CT und Gewebeprobe. Im Anfangsstadium ist der Tumor klein und örtlich begrenzt, dann sind die Heilungschancen am besten. In fortgeschrittenen Stadien hat sich der Krebs weiter ausgebreitet. Das Stadium ist entscheidend dafür, welche Lungenkrebs-Behandlung für Sie infrage kommt.

Ursachen und Risikofaktoren

Der mit Abstand wichtigste Risikofaktor für Lungenkrebs ist das Rauchen. Es ist für den Großteil aller Fälle verantwortlich, und auch Passivrauchen erhöht das Risiko. Daneben spielen weitere Faktoren eine Rolle:

Auch Nichtraucher können an Lungenkrebs erkranken. Etwa jeder zehnte bis fünfte Fall betrifft Menschen, die nie geraucht haben. Bei ihnen stehen häufiger genetische Veränderungen im Tumor im Vordergrund, die heute gezielt behandelt werden können.

Lungenkrebs behandeln: Moderne Therapien im Lungenkrebszentrum

Die Behandlung von Lungenkrebs ist heute hochindividuell und richtet sich nach Tumorart, Stadium und Ihrer persönlichen Situation. In aller Regel kommen mehrere Verfahren kombiniert zum Einsatz. Bei uns legt ein interdisziplinäres Expertenteam, das sogenannte Tumorboard, für jeden Patienten gemeinsam die bestmögliche Therapie fest. Zu den wichtigsten Bausteinen gehören:

Welche Kombination für Sie die richtige ist, besprechen wir ausführlich mit Ihnen. Sie treffen keine Entscheidung allein.

Heilungschancen, Prognose und Leben mit Lungenkrebs

Die Frage nach der Prognose steht für viele ganz oben, und eine pauschale Antwort gibt es nicht. Die Aussichten hängen stark von der Tumorart, dem Stadium bei der Diagnose und Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand ab. Klar ist: Je früher Lungenkrebs entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen. In frühen Stadien, in denen sich der Tumor operieren lässt, ist eine Heilung möglich.
In fortgeschrittenen Stadien verschiebt sich das Ziel oft dahin, den Krebs über lange Zeit zu kontrollieren, Beschwerden zu lindern und Lebensqualität zu erhalten. Gerade hier haben die zielgerichteten Therapien und die Immuntherapie in den letzten Jahren spürbare Fortschritte gebracht und vielen Betroffenen wertvolle Zeit mit guter Lebensqualität geschenkt. Welche Aussichten in Ihrem Fall bestehen, kann nur Ihr Behandlungsteam einschätzen, das Ihre individuelle Situation kennt.

Vorsorge und Früherkennung

Da Lungenkrebs früh oft keine Beschwerden macht, gewinnt die Früherkennung an Bedeutung. Für Menschen mit hohem Risiko, etwa langjährige starke Raucherinnen und Raucher, gibt es inzwischen ein Früherkennungsprogramm mit einer strahlungsarmen Computertomografie (Niedrigdosis-CT). Es kann Tumoren in einem Stadium aufspüren, in dem sie sich noch gut behandeln lassen. Ob eine solche Früherkennung für Sie sinnvoll ist, klären Sie am besten mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Der wirksamste Schutz vor Lungenkrebs bleibt der Verzicht aufs Rauchen.

Ihr Weg zu uns in die Ruhrlandklinik

Der Verdacht auf Lungenkrebs oder eine frische Diagnose lösen viele Fragen und Ängste aus. Sie müssen damit nicht allein bleiben. An der Ruhrlandklinik werden Sie im Lungenkrebszentrum am Westdeutschen Tumorzentrum betreut, einem auf Lungentumoren spezialisierten Zentrum. Ein interdisziplinäres Tumorboard stimmt Ihre Behandlung fachübergreifend ab, von der Diagnostik über Operation, Bestrahlung und medikamentöse Therapie bis zur Nachsorge.

So gehen Sie am besten vor:

Sie müssen den Weg nicht allein gehen. Melden Sie sich bei uns, wir nehmen uns Zeit für Sie und Ihre Gesundheit.

Häufige Fragen zur Lungenkrebs (FAQ)

Das hängt vor allem vom Stadium und von der Tumorart ab. In frühen Stadien, in denen sich der Tumor vollständig entfernen lässt, ist eine Heilung möglich. In fortgeschrittenen Stadien lässt sich der Krebs heute oft über längere Zeit kontrollieren, auch wenn eine vollständige Heilung dann seltener wird. Moderne Verfahren wie die zielgerichtete Therapie und die Immuntherapie haben die Aussichten in den letzten Jahren deutlich verbessert.

Auf einem Röntgenbild der Lunge kann sich ein Tumor als heller Schatten oder als rundliche Verdichtung (Rundherd) zeigen. Sicher feststellen lässt sich Lungenkrebs daraus aber nicht, denn auch harmlose Veränderungen sehen ähnlich aus, und kleine Tumoren bleiben mitunter unsichtbar. Bei einem auffälligen Befund folgen deshalb genauere Untersuchungen wie eine Computertomografie und eine Gewebeprobe, die erst Klarheit bringen.

Ja. Auch wenn Rauchen der wichtigste Risikofaktor ist, erkranken ebenso Menschen, die nie geraucht haben. Eine Rolle spielen dann zum Beispiel Radon, Schadstoffe, Luftverschmutzung oder genetische Veränderungen im Tumor. Gerade bei Nichtrauchern finden sich häufig bestimmte genetische Merkmale, die sich mit zielgerichteten Therapien gut behandeln lassen.

Es sind die beiden Hauptformen. Das nicht-kleinzellige Lungenkarzinom (NSCLC) ist mit rund 80 Prozent am häufigsten und wächst meist langsamer. Das kleinzellige Lungenkarzinom (SCLC) ist seltener, wächst schneller und streut früher, spricht aber oft gut auf Chemotherapie und Bestrahlung an. Die Tumorart bestimmt maßgeblich, welche Behandlung gewählt wird.

Eine allgemeine Zahl lässt sich nicht nennen, weil die Lebenserwartung stark von Tumorart, Stadium und individueller Situation abhängt. Eine frühe Diagnose verbessert die Aussichten erheblich. Durch neue Therapien leben heute viele Betroffene auch in fortgeschrittenen Stadien länger und mit besserer Lebensqualität als noch vor wenigen Jahren. Eine verlässliche Einschätzung für Ihren Fall kann nur Ihr Behandlungsteam geben.

Was Sie im Notfall tun müssen

Bei dringenden Notfällen kontaktieren Sie bitte umgehend den Rettungsdienst unter

112

Bei weniger akuten Erkrankungen erhalten Sie außerhalb der hausärztlichen Praxis-Sprechzeiten unter 116117 Hilfe vom ärztlichen Bereitschaftsdienst.