Sympathektomie

Sympathektomie: Ablauf, Risiken und Nachsorge

Wenn die Hände ständig nass sind, die Achseln durchschwitzen oder das Gesicht bei jeder Gelegenheit errötet, kann das den Alltag stark belasten. Reichen Antitranspirantien, Leitungswasser-Iontophorese oder eine Botoxbehandlung nicht aus, kann eine Sympathektomie eine Option sein. Der minimal-invasive Eingriff unterbricht gezielt die Nervenfasern, die das übermäßige Schwitzen oder Erröten steuern. Auf dieser Seite erklären wir Ihnen verständlich, wann eine Sympathektomie sinnvoll ist, wie Sie sich vorbereiten, wie der Eingriff abläuft, welche Nebenwirkungen möglich sind und worauf Sie danach achten sollten.

Was ist eine Sympathektomie und wann wird sie durchgeführt?

Bei einer Sympathektomie werden bestimmte Nervenstränge des sogenannten Grenzstrangs (Truncus sympathicus) im Brustkorb gezielt unterbrochen. Dieser Teil des vegetativen Nervensystems steuert unter anderem die Schweißdrüsen und die Gefäßreaktionen der Haut. Wird er an einer genau festgelegten Stelle durchtrennt oder mit einem kleinen Clip blockiert, lässt das übermäßige Schwitzen in der betroffenen Region nach. Weil der Eingriff über den Brustraum erfolgt, spricht man genauer von einer thorakalen Sympathektomie, in der minimal-invasiven Form auch von einer endoskopischen thorakalen Sympathektomie (ETS).

Eine Sympathektomie kommt vor allem dann infrage, wenn andere Behandlungen nicht ausreichend geholfen haben. Typische Gründe sind:

Eine verwandte, aber andere Methode ist die lumbale Sympathektomie, bei der der Grenzstrang im Bauchraum behandelt wird, etwa bei starkem Schwitzen an den Füßen. Auf dieser Seite geht es um die thorakale Form, die an Händen, Achseln und Gesicht ansetzt.

Wichtig zu wissen: Die Sympathektomie ist kein erster Schritt, sondern kommt erst, wenn die nicht-operativen Behandlungen ausgeschöpft sind. Ob sie für Sie sinnvoll ist, klären wir in einem ausführlichen Gespräch sorgfältig mit Ihnen.

Vorbereitung auf die Sympathektomie

Vor dem Eingriff bespricht Ihr Behandlungsteam alles in Ruhe mit Ihnen. In der Regel gehören dazu:

Ablauf & Dauer: So läuft die Sympathektomie ab

Die thorakale Sympathektomie wird heute fast immer minimal-invasiv durchgeführt, also thorakoskopisch über sehr kleine Schnitte und bei Bedarf roboter-assistiert. Der Eingriff findet in Vollnarkose statt.
Über einen kleinen Zugang führen wir eine Kamera und feine Instrumente in den Brustkorb ein. Auf einer genau festgelegten Höhe des Grenzstrangs wird der Nerv dann gezielt unterbrochen, je nach betroffener Region durch Durchtrennung oder durch das Setzen eines kleinen Clips. In vielen Fällen wird der Eingriff in einer Sitzung auf beiden Seiten durchgeführt.

Der eigentliche Eingriff dauert meist nicht lange. Weil er minimal-invasiv erfolgt, sind die Schnitte klein und die Erholung verläuft in der Regel zügig. Rechnen Sie dennoch mit einem kurzen stationären Aufenthalt, damit wir Sie nach der Operation sicher überwachen können. Was in Ihrem Fall geplant ist, besprechen wir vorab mit Ihnen.

Risiken & mögliche Nebenwirkungen

Die Sympathektomie ist ein etabliertes Verfahren, doch wie bei jedem Eingriff gibt es Risiken und mögliche Nebenwirkungen, über die wir Sie offen aufklären:

Wir wägen Nutzen und Risiken immer individuell mit Ihnen ab und beziehen Ihre Gesamtsituation und Ihre Erwartungen mit ein.

Nachsorge & Erholung

Nach dem Eingriff bleiben Sie zur Beobachtung bei uns, bis die Narkose nachgelassen hat und wir sicher sind, dass die Lunge gut entfaltet ist. Bitte beachten Sie danach:

Melden Sie sich bitte umgehend, wenn nach der Entlassung zunehmende Atemnot, hohes Fieber, starke Schmerzen oder Auffälligkeiten an den Wunden auftreten.

Kosten & Kostenübernahme

Bei einer medizinisch begründeten Sympathektomie, also bei einer ausgeprägten, krankhaften Hyperhidrose, bei der die konservativen Behandlungen nachweislich nicht ausgereicht haben, übernehmen die gesetzlichen und privaten Krankenkassen die Kosten in der Regel. Voraussetzung ist eine entsprechende Indikation und Dokumentation. Erfolgt der Eingriff ohne medizinische Notwendigkeit, kann die Kostenübernahme entfallen. Was in Ihrem Fall gilt, klären wir vorab transparent mit Ihnen, und bei Fragen zur Abrechnung helfen Ihnen unser Team und Ihre Krankenkasse gerne weiter.

Ihr Weg zu uns in die Ruhrlandklinik

Die Sympathektomie gehört zum Leistungsspektrum unserer Thoraxchirurgie. Als von der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie zertifiziertes Exzellenzzentrum am Westdeutschen Lungenzentrum führen wir den Eingriff mit moderner, schonender Technik durch, einschließlich roboter-assistierter Verfahren. Entscheidend ist für uns dabei nicht nur die Technik, sondern ein ausführliches Gespräch, in dem wir gemeinsam klären, ob der Eingriff für Sie der richtige Weg ist.

In der Regel kommen Sie über eine Überweisung Ihrer Haus- oder Fachärztin zu uns. Wir nehmen uns Zeit, klären Ihre Fragen und besprechen gemeinsam mit Ihnen die für Sie beste Lösung.

Häufige Fragen zur Sympathektomie (FAQ)

Eine Sympathektomie kommt infrage, wenn ein stark ausgeprägtes, krankhaftes Schwitzen an Händen, Achseln oder im Gesicht oder ein ausgeprägtes Erröten den Alltag deutlich belastet und die nicht-operativen Behandlungen wie Antitranspirantien, Iontophorese oder Botulinumtoxin nicht ausreichend geholfen haben. Die besten Ergebnisse erzielt der Eingriff beim Schwitzen an den Händen. Ob er für Sie sinnvoll ist, klären wir in einem ausführlichen Gespräch.

Die häufigste Nebenwirkung ist das kompensatorische Schwitzen, bei dem der Körper an anderen Stellen wie Rücken, Bauch oder Oberschenkeln vermehrt schwitzt. Meist bleibt es mild, kann aber als störend empfunden werden. Seltener sind ein Pneumothorax, ein Horner-Syndrom, Infektionen oder ein gustatorisches Schwitzen beim Essen. Wir klären Sie vor dem Eingriff offen über alle möglichen Nebenwirkungen auf.

Bei einer medizinisch begründeten Sympathektomie, also einer ausgeprägten Hyperhidrose nach erfolglosen konservativen Behandlungen, übernehmen die gesetzlichen und privaten Krankenkassen die Kosten in der Regel. Voraussetzung sind eine entsprechende Indikation und Dokumentation. Ohne medizinische Notwendigkeit kann die Kostenübernahme entfallen. Den für Sie geltenden Fall klären wir vorab gemeinsam.

Das hängt von der Technik ab. Wird der Nerv durchtrennt, lässt sich das nicht mehr rückgängig machen. Bei der Clip-Technik kann der Clip theoretisch wieder entfernt werden, ein vollständiges Zurückkehren der ursprünglichen Funktion ist damit aber nicht garantiert. Welches Verfahren für Sie infrage kommt, besprechen wir vorab.

Der eigentliche Eingriff dauert meist nicht lange, da er minimal-invasiv über kleine Schnitte erfolgt. Weil die Sympathektomie in Vollnarkose stattfindet und wir Sie danach sicher überwachen, ist in der Regel ein kurzer stationärer Aufenthalt vorgesehen. Den genauen Ablauf besprechen wir vor dem Eingriff mit Ihnen.

Was Sie im Notfall tun müssen

Bei dringenden Notfällen kontaktieren Sie bitte umgehend den Rettungsdienst unter

112

Bei weniger akuten Erkrankungen erhalten Sie außerhalb der hausärztlichen Praxis-Sprechzeiten unter 116117 Hilfe vom ärztlichen Bereitschaftsdienst.